9 von 10 Stimmen in meinem Kopf sagen ich bin Verrückt...

...die 10. summt die Melodie von Tetris
 

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Vom Landei zum ländlichen Stadtei. Kind' lern was anständiges!

Los geht's:Ich bin in einem winzig kleinen Dorf aufgewachsen. Naja was heißt aufgewachsen...Als ich 10 Jahre alt war sind wir dorthin gezogen und ich konnte mich dort bis zum Schluss nicht integrieren.Versteht mich bitte nicht falsch: Im Nachhinein betrachtet ist das Landleben wirklich genial! Du hast deine Ruhe (#hörstdudieregenwürmerhusten?), solltest du Zigaretten brauchen findest du mindestens zwei Kippenautomaten die du ohne Altersnachweis betätigen kannst, Gelüste nach Fleisch und Wurst werden vom örtlichen Metzger gestillt (eigene Schlachtung versteht sich), der Bus fährt nur alle zwei Stunden so das du definitiv schon früh lernst mit einem Auto umzugehen, der eigene Garten in dem du dich, wenn die super nette Nachbarschaft nicht stets darum bemüht wäre bei dir nach dem rechten zu sehen, völlig fallen lassen könntest, du brauchst keinen Müllkalender da der Nachbar aus der 11 seine Mülltonne schon gewissenhaft zwei Tage vor der Abholung hinausstellt, die Straßen sind an Samstagen spätestens um 14 Uhr Besenrein gekehrt, du musst in der Nacht kein Geld für Taxen ausgeben um wieder nach Hause zu kommen da alle Veranstaltungen zum Feiern und Tanzen in der Turnhalle oder der nächstgelegenen Gaststätte stattfinden...dies und vieles mehr sind die Vorteile des Landlebens und für mich ein Grund in die große weite Welt zu ziehen.Okay, lassen wir die Kirche im Dorf! Frankfurt ist meine Wahlheimat und hier bin ich als Landei schon mega Überfordert! Ehrlich gesagt, ich vermisse (wird in einem anderen Beitrag noch einmal genauer beschrieben) häufig mein zu Hause - wenn nicht täglich.Bevor ich nach Frankfurt ging wurde mir immer gesagt, dass das Leben aus einer bodenständigen und soliden Ausbildung besteht und ich wohl für den Rest meines verdammten Lebens Malochen müsse. Ich habe natürlich in die Handwerksrichtung gelernt - wird doch immer gebraucht - irgendwie.2008 habe ich meine jetzige Partnerin/Freundin/lesbische geliebte kennen gelernt. Sie war natürlich mit ein Grund warum ich nach Frankfurt ging. Nach meiner Ausbildung im darauffolgenden Jahr war ich erst einmal zwei Monate Arbeitslos. Mir wurde eine Stelle im tiefsten Westerwald angeboten die ich aus Verzweiflung annahm. Keinen Monat habe ich es dort ausgehalten bis ich mich dazu entschieden habe, nach Frankfurt zu gehen um dort einen anständigen Arbeitsplatz zu bekommen. Dem war dann auch so. Irgendwie liegt es in meiner Natur schnell von Dingen bzw. vom Alltag genervt zu sein. Ich weiss nicht warum, aber ich verliere Ständig die Motivation an etwas gelerntem fest zu halten und es auch noch täglich in die Tat umzusetzen.Aus diesem Grund entschloss ich mich für das Fachabitur - Arbeiten konnte doch schließlich nicht alles im Leben gewesen sein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ( einmal Fachabitur abgebrochen weil mir die Leute und die Schule nicht zu sagten, an einer anderen Schule durchgefallen und noch einmal versucht ) hatte ich das Fachabitur dann endlich in der Tasche!NATÜRLICH konnte das immer noch nicht alles gewesen sein. Ab an die Uni und Agrarwissenschaften studieren. Warum? Weil ich vom Dorf komme und den Geruch von Kuhscheisse kenne, Kühe,Rinder,Schafe,Hühner und Pferde ganz gerne mochte und fest der Überzeugung war das ich da ohne Probleme durch marschieren werde. Außerdem mochte ich das Gefühl die erste aus der Familie zu sein die an einer Universität studiert. Natürlich musste ich noch Bafög beantragen da ich neben dem Studium absolut keine Lust hatte auch noch arbeiten zu gehen und ich eine finanzielle Grundlage brauchte.Problemlos durch marschieren:Warum zur Hölle muss ich die chemische Zusammensetzung von Matsch wissen? Wer wird mich jemals noch mal nach den einzelnen Bestandteilen von einem STEIN fragen? Wieso sollte ich mich mit 800 Leuten in einen viel zu kleinen Saal setzen um mir einen alten Mann mit seinen noch älteren Folien an zu schauen? So habe ich mir das alles echt nicht vorgestellt!Nach vier sinnlosen Semestern von denen ich genau ein Semester an der Uni war habe ich mich dort wieder ausgeschrieben. Mit Bafögschulden und unmotivierter Lebenshaltung verabschiedete ich mich vom Bachelor.Nun, was ist das Ende vom Lied?Mama und Papa hatten recht! Der gut bürgerliche Handwerksberuf mit der soliden Ausbildung hat mir mal wieder den Arsch gerettet.Alles auf Anfang - War das denn echt schon alles?

4.1.16 17:28, kommentieren